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Regelwerk

REGELWERK


A. STATUTEN
I. Grundsätzliches

Art. 1 Zweck

Die Stiftung der schweizerischen Register (Stiftung REG) führt die Register für das Verzeichnis der Fachleute aus den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Technik, sowie den mit diesen verwandten Bereichen.

Sie ermöglicht den beruflichen Aufstieg der Fachleute der technischen und baukünstlerischen Berufe, sowie von Autodidakten und fördert die Weiterbildung.

Die Stiftung kann ferner Aufgaben im Bereich der Information in den von ihr betreuten Fachrichtungen auf nationaler, sowie internationaler Ebene wahrnehmen.

Die Stiftung stützt sich in der Erfüllung ihrer Aufgaben insbesondere auf die Stiftungsurkunde und den mit dem Bund geschlossenen öffentlich rechtlichen Vertrag über die Anerkennung der Stiftung REG.

Art. 2 Unterteilung und Gliederung des Registers

Das Register unterteilt sich in:

      • Register A: Fachleute mit anerkanntem Master-Diplom oder gleichwertiger Qualifikation und mit 3 Jahren ausgewiesener praktischer Berufserfahrung. Als anerkannt gelten die von den eidgenössischen technischen Hochschulen (ETH), den schweizerischen Universitäten, die Fachhochschulen und der Stiftung REG geführten Diplome.
      • Register B: Fachleute mit anerkanntem berufsqualifizierendem Bachelor-Diplom oder gleichwertiger Qualifikation und mit 3 Jahren ausgewiesener praktischer Berufserfahrung. Als anerkannt gelten die von den Fachhochschulen (FH) und der Stiftung REG geführten Diplome.
      • Register C: Fachleute mit anerkanntem Diplom einer höheren Fachschule (HF) oder gleichwertiger Qualifikation und mit 3 Jahren ausgewiesener praktischer Berufserfahrung. Als anerkannt gelten die von den höheren Fachschulen und der Stiftung REG geführten Diplome.

Die einzelnen Register sind nach Fachrichtungen gegliedert.

Art. 3 Eintragung

Die Eintragung in die Register erfolgt gemäss den Bestimmungen des Reglements über die Eintragung in das Register.

Die eingetragenen Fachleute können ihre Eintragung mit folgender Bezeichnung bekannt geben: REG A, REG B, REG C.

Gegen eine im Register eingetragene Person kann gemäss den Bestimmungen des Reglements über die Eintragung in das Register beim Direktionskomitee Anzeige erstattet oder ein Antrag auf Streichung eingereicht werden.

II. Finanzierung

Art. 4 Finanzielle Mittel

Die Ausgaben der Stiftung werden gedeckt durch:

  • die einmalige Einzahlung öffentlicher Körperschaften und Trägerverbände, welche der Stiftung neu beitreten
  • die Gebühren für den erstmaligen Eintrag der Fachleute ins Register
  • die Jahresbeiträge der in den Registern eingetragenen Fachleute
  • die Prüfungsgebühren
  • den Ertrag des Stiftungsvermögens
  • falls nötig, das Stiftungskapital.

III. Stiftungsrat

Art. 5 Zusammensetzung

Der Stiftungsrat umfasst maximal 48, minimal aber 24 Mitglieder.

Er besteht

  • zur Hälfte aus Vertretern der öffentlichen Körperschaften, Bund, Kantone, ETH/IAUG/USI, der Fachhochschulen (FH) und der höheren Fachschulen für Technik (HF) und
  • zur Hälfte aus Vertretern der Trägerverbände, sowie der Fachleute aus den Registern A, B und C.

Der Stiftungsrat befindet alle 4 Jahre über die Anzahl seiner Mitglieder, sowie über die Anzahl der jeweiligen Vertreter der öffentlichen Körperschaften, Trägerverbände und der Fachleute. Er fasst dazu einen Entscheid gemäss separater Richtlinie (Neuordnung des Stiftungskapitals und der Sitzzahl im Stiftungsrat).

Die Zahl der Vertreter eines Trägerverbandes muss seiner Bedeutung in beruflicher Hinsicht, der Anzahl der in ihm vertreten Fachrichtungen und der Anzahl seiner im Register eingetragenen Fachleute in angemessener Weise Rechnung tragen. Eine paritätische Vertretung der Fachleute aus den Registern A, B und C ist anzustreben.

Art. 6 Zuständigkeit

Der Stiftungsrat ist oberstes Organ der Stiftung. Ihm stehen alle Befugnisse zu, welche in den Statuten nicht einem anderen Organ zugewiesen sind.

  • Der Stiftungsrat hat insbesondere folgende Pflichten und Befugnisse:
  • Erlass aller dem Vollzug der Stiftungsurkunde und Statuten dienenden Reglemente, Richtlinien und Leitsätze für die Berufsausübung.
  • Festsetzung des Betrages für die Einzahlung öffentlicher Körperschaften und Trägerverbände, welche der Stiftung neu beitreten.
  • Festlegung der Eintragungs-und Prüfungsgebühren, sowie der Jahresbeiträge der eingetragenen Fachleute.
  • Überwachung der Tätigkeit der anderen Organe und Erteilung der erforderlichen Anordnungen.
  • Festsetzung der Anzahl der Mitglieder des Stiftungsrates.
  • Festsetzung der Anzahl der jeweiligen Vertreter der öffentlichen Körperschaften und Fachleute.
  • Ernennung des Präsidenten (doppeltes Mehr: Vertreter der öffentlichen Körperschaften sowie Vertreter der Trägerverbände und Fachleute).
  • Wahl der Mitglieder des Direktionskomitees, der Kontrollstelle und der Prüfungskommissionen.
  • Genehmigung der Jahresrechnung und des Jahresberichts des Direktionskomitees und Beschluss über die Dechargeerteilung.
  • Genehmigung des Jahresbudgets und Regelung der Zeichnungsberechtigungen.
  • Entscheid über Beschwerden gegen andere Organe der Stiftung.

Art. 7 Entscheide

Der Stiftungsrat ist beschlussfähig, sofern mindestens die Hälfte der Vertreter der öffentlichen Körperschaften, sowie die Hälfte der Vertreter der Trägeverbände und der Fachleute aus den Registern anwesend sind.

Stimmvertretung aufgrund schriftlicher Vollmacht und Stimmenthaltung sind zulässig.

Sofern in den Statuten nicht anders geregelt, trifft der Stiftungsrat seine Entscheide mit einfachem Mehr der an der Sitzung anwesenden Mitglieder.

Bei Stimmengleichheit entscheidet der Präsident.

IV. Direktionskomittee

Art. 8 Zusammensetzung

Das Direktionskomitee besteht aus 7 bis 12 Mitgliedern.

Die Mitglieder werden vom Stiftungsrat aus seiner Mitte für 4 Jahre gewählt; sie sind wieder wählbar.

Der Präsident des Stiftungsrates ist zugleich Präsident des Direktionskomitees.

Art. 9 Zuständigkeit


  • Das Direktionskomitee vertritt die Stiftung nach aussen.
  • Das Direktionskomitee hat insbesondere folgende Aufgaben und Befugnisse:
  • Ernennung der Geschäftstelle.
  • Ordnung des Verfahrens der Eintragungen in die Register gemäss separatem Reglement.
  • Erlass der fachspezifischen Weisungen und Koordination der Praxis der Prüfungskommissionen.
  • Entscheid über Eintragungen in die Register.
  • Entscheid über Anzeigen und Streichungsanträge.
  • Kontrolle des Rechnungswesens.
  • Vorbereitung der Geschäfte des Stiftungsrates.

Das Direktionskomitee kann allenfalls Vertreter regionaler Fachkreise zu seiner Beratung beiziehen.

Das Direktionskomitee erstattet dem Stiftungsrat jährlich Bericht über seine Geschäftsführung.

Art. 10 Entscheide

Das Direktionskomitee ist beschlussfähig, sofern mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist.

Stimmvertretung aufgrund schriftlicher Vollmacht und Stimmenthaltung sind zulässig.

Das Direktionskomitee trifft seine Entscheide mit einfachem Mehr der an der Sitzung anwesenden Mitglieder.

Bei Stimmengleichheit entscheidet der Präsident.

V. Geschäftsstelle

Art. 11 Zusammensetzung

Die Geschäftsstelle besteht aus einem Leiter/Direktor, der nicht Mitglied des Direktionskomitees ist, und dem für die Erfüllung seiner Aufgaben notwendigen Personal.

Die Geschäftsstelle wird vom Direktionskomitee ernannt.

Art. 12 Zuständigkeit

Die Geschäftsstelle vollzieht die Beschlüsse des Stiftungsrates und des Direktionskomitees.

  • Die Geschäftsstelle hat ferner folgende Aufgaben:
  • Erledigung der administrativen Arbeiten und Führung der Register.
  • Nachführen der Daten der eingetragenen Fachleute.
  • Rechnungsführung.
  • Vorbereitung der Prüfungen und Sitzungen der Prüfungskommissionen.
  • Betreuung des Internetportals www.reg.ch
  • Erheben der Gebühren für die Einträge in die Register.
  • Erheben der Prüfungsgebühren.
  • Erheben der Jahresbeiträge der eingetragenen Fachleute in Zusammenarbeit mit den Trägerverbänden.
  • Vorbereitung der Sitzungen des Direktionskomitees.

VI. Prüfungskommissionen

Art. 13 Zusammensetzung

Der Stiftungsrat wählt nach Bedarf und für die verschiedenen Fachrichtungen, unter angemessener Berücksichtigung der einzelnen Landesteile, die Mitglieder der Prüfungskommissionen.

Die Mitglieder der Prüfungskommissionen werden für 4 Jahre gewählt; sie sind wieder wählbar.

Die Prüfungskommissionen bestehen aus mindestens 5 Mitgliedern.

Im Einzelnen setzen sie sich wie folgt zusammen:

  • Prüfungskommissionen REG A: 1 von den eidgenössischen technischen Hochschulen (ETHZ, EPFL), bzw. für Architekten von der IAUG oder USI vorgeschlagener Vertreter, 1 von den Fachhochschulen (FH) vorgeschlagener Vertreter, mindestens 3 im REG A eingetragene Fachleute, 1 Vertreter des Bundes.
  • Prüfungskommissionen REG B: 1 von den eidgenössischen technischen Hochschulen (ETHZ, EPFL) vorgeschlagener Vertreter, 1 von den Fachhochschulen (FH) vorgeschlagener Vertreter (2 wenn kein ETH/EPFL Vertreter), mindestens 3 im REG A oder B eingetragene Fachleute, 1 Vertreter des Bundes.
  • Prüfungskommissionen REG C: 1 von den Fachhochschulen (FH) vorgeschlagener Vertreter, 1 von den höheren Fachschulen (HF) für Technik vorgeschlagener Vertreter (2 wenn kein FH Vertreter), mindestens 3 im REG A, B oder C eingetragene Fachleute, 1 Vertreter des Bundes.

Art. 14 Zuständigkeit

Die Prüfungskommissionen beurteilen die Kandidaten für eine Eintragung ins Register.

Sie stützen sich dazu auf die einschlägigen Bestimmungen der Stiftung.

Art. 15 Entscheide

Das Prüfungsverfahren und die Entscheidfindung der Prüfungskommissionen sind im Reglement über die Eintragung in die Register, sowie im Prüfungsreglement und den dazugehörenden fachspezifischen Weisungen geregelt.

Die Mitglieder des Stiftungsrates können den Sitzungen der Prüfungskommissionen beiwohnen.

VII. Kontrollstelle

Art. 16 Zusammensetzung

Die Kontrollstelle besteht aus 2 Revisoren und 2 Ersatzleuten.

Diese werden vom Stiftungsrate für 4 Jahre gewählt; sie sind wieder wählbar.

Art. 17 Zuständigkeit

Die Kontrollstelle prüft die Jahresrechnung und erstattet dem Direktionskomitee zu Handen des Stiftungsrates Bericht und Antrag.

VIII. Revision der Statuten

Art. 18 Verfahren

Die Statuten können durch den Stiftungsrat im Einverständnis mit dem zuständigen Departement und der Stiftungsaufsichtsbehörde des Bundes ergänzt oder abgeändert werden.

Der Entscheid des Stiftungsrates bedarf des doppelten Mehres (Vertreter der öffentlichen Körperschaften sowie Vertreter der Trägerverbände und Fachleute).

IX. Schlussbestimmungen

Art. 19 Wahlzyklus

Die Amtsdauer der Mitglieder sämtlicher Stiftungsorgane beträgt jeweils 4 Jahre, erstmals ab Datum des Inkrafttretens der Statuten gerechnet.

Art. 20 Übergangsregelungen

Die Jahresbeiträge der in den Registern eingetragenen Fachleute (Art. 4, 6 c. und 12 h.) werden ab 01.01.2009 erhoben. Die jährlichen Beiträge der öffentlichen Körperschaften und die jährlichen Beiträge der Trägerverbände bleiben der Stiftung REG in dem Masse erhalten, als dass die Jahresbeiträge der eingetragenen Fachleute und Mitglieder der jeweiligen Trägerverbände gesamthaft die jährlichen Beiträge dieser Trägerverbände und diejenigen der öffentlichen Körperschaften nicht übersteigen.

Art. 21 Inkrafttreten

Diese Statuten treten am1.Januar 2009 in Kraft.

Sie ersetzten diejenigen vom 1. Oktober 1983

Beschluss des Stiftungsrates:
Dr Giuliano Anastasi, Präsident
Zürich, den 05. Juni 2008

Genehmigt durch das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD):
Doris Leuthard, Vorsteherin
Bern, den 10. Dezember 2008